Energiemanagement – Leistungsrahmen Ausschreibung
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Leistungsbeschreibung Energiemanagement-Dienstleistungen nach ISO 50001
In der Einführungsphase werden die organisatorischen und strategischen Grundlagen für ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 geschaffen. Zu Beginn ist die oberste Leitung einzubinden, da ohne Management-Commitment keine erfolgreiche Umsetzung möglich ist. Gemeinsam wird eine Energiepolitik formuliert, die das Bekenntnis zur kontinuierlichen Verbesserung der energiebezogenen Leistung festhält. Außerdem werden Geltungsbereich und Systemgrenzen des EnMS festgelegt (z. B. welche Standorte, Anlagen und Verbräuche abgedeckt werden). Die Einführung umfasst typischerweise Projektplanung und Initialanalyse, Organisationsstruktur aufbauen, Energiepolitik und Ziele der Organisation, rRechtliche und andere Anforderungen, sowie Mitarbeiterinformation und -einbindung.
Mit den Leistungspaketen – von der Einführung über Audit, Planung, Monitoring und Schulung bis hin zu internen Audits, Zertifizierung und kontinuierlicher Betreuung – erhält ein IUnternehmen eine ganzheitliche Energiemanagement-Dienstleistung. Jede Position ist auf die Anforderungen der DIN EN ISO 50001 ausgerichtet und orientiert sich an bewährter Praxis
Leistungsbeschreibung Energiemanagement ISO 50001
- Audit / Energetische Bewertung
- Festlegung von Energiezielen und EnPIs
- Energiemonitoring und Messkonzept
- Schulung und Bewusstseinsbildung
- Interne Audits des EnMS
- Zertifizierung
- Laufende Betreuung und kontinuierliche Verbesserung
Audit / Energetische Bewertung (Initiale Bestandsaufnahme)
Das Energie-Audit im Rahmen der ISO 50001 entspricht der energetischen Bewertung nach Norm und stellt einen zentralen Meilenstein dar. Hierbei wird der Ist-Zustand des Energieeinsatzes und -verbrauchs im Unternehmen umfassend analysiert. ISO 50001 fordert explizit, den Energieeinsatz und -verbrauch zu ermitteln, wesentliche Energieeinsatzbereiche zu identifizieren sowie Einflussfaktoren und Effizienzpotenziale zu bestimmen.
Diese Bestandsaufnahme erfolgt methodisch ähnlich einem formalen Energieaudit (z. B. nach DIN EN 16247) und umfasst in der Regel:
Datensammlung und Messungen: Zusammenstellung aller Energieträger und Energieverbrauchsdaten der vergangenen Periode (typisch 12 Monate bis 3 Jahre) als Ausgangsbasis. Falls nötig, werden zusätzliche Messungen oder Zählerinstallationen vorgenommen, um Verbrauchsdaten auf Anlagen- oder Prozessebene zu erfassen.
Analyse der Energieverbräuche: Aufschlüsselung des Gesamtenergieverbrauchs nach Bereichen, Anlagen und Prozessen. Identifikation der größten Verbraucher bzw. wesentlichen Energieeinsätze (Significant Energy Uses, SEU). Betrachtung von Lastgangkurven, Leistungsaufnahmen und zeitlichen Profilen, um Spitzen und Lastschwerpunkte zu erkennen.
Bewertung der Energieeffizienz: Untersuchung der energiebezogenen Leistung der Hauptverbraucher im Vergleich zu Benchmarks oder dem Stand der Technik. Für jeden wesentlichen Energieeinsatz werden relevante Einflussfaktoren (z. B. Produktionsvolumen, Außentemperaturen bei Gebäuden, Nutzungsgrade) ermittelt, um die Effizienz zu beurteilen. Die aktuelle energetische Leistung wird dem technisch Möglichen gegenübergestellt. Dadurch lassen sich Ineffizienzen und Verschwendungsquellen gezielt aufdecken.
Identifikation von Einsparpotenzialen: Auf Basis der Analyse werden Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieperformance erarbeitet. Dies umfasst technische Maßnahmen (z. B. effizientere Antriebe, Wärmerückgewinnung, Optimierung von Regelungen) ebenso wie organisatorische Ansätze (z. B. Lastmanagement, Abschaltpläne, Verhaltensänderungen). Jede Maßnahme wird hinsichtlich Einsparpotenzial, Wirtschaftlichkeit (Amortisationszeit) und Umsetzbarkeit grob bewertet und priorisiert.
Dokumentation in einem Energiebericht: Die Ergebnisse der energetischen Bewertung werden in einem Bericht zusammengefasst. Dieser enthält eine detaillierte Aufstellung der Verbräuche, Kennzahlen für einzelne Bereiche, identifizierte Schwachstellen und einen ersten Maßnahmenkatalog mit Empfehlungen. Die Methodik und Kriterien der Bewertung werden nachvollziehbar dokumentiert (eine Anforderung der ISO 50001).
Zielsetzung
Das Audit liefert ein klares Bild des energetischen Status quo. Als Ergebnis liegt ein fundierter Energiebericht vor, der die wesentlichen Energieverbraucher und größte Einsparpotenziale aufzeigt. Dieses Dokument bildet die Grundlage für die weitere Energieplanung – insbesondere für das Festlegen von Zielen, Kennzahlen und Maßnahmen. Zudem dient die energetische Ausgangsanalyse als Nachweis der systematischen Vorgehensweise und kann bei Bedarf extern (z. B. Auditoren, Behörden oder Fördermittelgebern) vorgelegt werden, um die Datentiefe und Prioritätenfindung im EnMS zu belegen.
Festlegung von Energiezielen und EnPIs
Auf Basis der Audit-Ergebnisse erfolgt die Definition von Energiezielen, Energiekennzahlen und der energetischen Ausgangsbasis. Dieser Schritt entspricht der Planungsphase der ISO 50001 und stellt sicher, dass das EnMS auf klare Leistungsverbesserungen ausgerichtet ist.
Die Inhalte dieser Leistung umfassen:
Energieziele und Teilziele: In Abstimmung mit der Unternehmensführung werden energiebezogene Ziele formuliert. Diese leiten sich aus der Energiepolitik und den identifizierten Potenzialen ab. Die Ziele sollten ambitioniert, aber realistisch und SMART (spezifisch, messbar, erreichbar, relevant, terminiert) sein. Ein übergeordnetes Energieziel könnte z. B. lauten: „Reduktion des Gesamtenergieverbrauchs um 10 % innerhalb von 3 Jahren“. Dieses wird meist in Teilziele heruntergebrochen (z. B. jährliche Prozentsätze oder bereichsspezifische Einsparvorgaben). Jedes Ziel wird mit einem Verantwortlichen, Ressourcen und einer Frist hinterlegt.
Energiekennzahlen (EnPIs) festlegen: Für die Messung und Überwachung der energiebezogenen Leistung werden geeignete Energieleistungskennzahlen (Energy Performance Indicators, EnPI) definiert. Die ISO 50001 versteht darunter quantitative Größen zur Bewertung der Energieperformance (z. B. kWh pro Produktionseinheit, Energieverbrauch je Quadratmeter, Wirkungsgrade)[5]. EnPIs können absolute Verbräuche, spezifische Verbräuche oder Effizienzgrade sein. Wichtig ist, dass sie die wesentlichen Einflussgrößen berücksichtigen – etwa Produktionsmengen, Wetter oder Auslastung – damit die Kennzahlen aussagekräftig und vergleichbar sind. Diese Kennzahlen werden auf Gesamtunternehmensebene sowie für die wichtigsten Prozesse/Anlagen bestimmt. Zudem wird festgelegt, wie EnPIs berechnet und regelmäßig aktualisiert werden. Die Norm fordert, die Methode zur Bestimmung und Überprüfung der EnPIs zu dokumentieren und in angemessenen Abständen zu validieren.
Energetische Ausgangsbasis (Baseline): Parallel zur Kennzahlenauswahl wird die energetische Ausgangsbasis (EnB) definiert. Sie dient als Referenzwert, um Verbesserungen im Zeitverlauf zu quantifizieren[8]. Oft wird ein repräsentatives Basisjahr oder der Durchschnitt mehrerer Jahre als Ausgangsbasis festgelegt (ggf. bereinigt um witterungsbedingte oder produktionsbedingte Effekte). Die EnB kann für unterschiedliche EnPIs getrennt bestimmt werden. Zum Beispiel könnte das Basisjahr 2024 mit einem Stromverbrauch von 1.000 MWh als Bezugsgröße dienen – Erfolg der Maßnahmen wird dann gegen diese Baseline gemessen. ISO 50001 fordert, dass die EnB angepasst wird, wenn sich wesentliche Rahmenbedingungen ändern (z. B. strukturelle Änderungen im Betrieb), um die Vergleichbarkeit zu erhalten.
Aktionspläne zur Zielerreichung: Für jedes Energieziel werden konkrete Maßnahmenpläne erstellt. Darin sind die notwendigen Schritte zur Zielerreichung beschrieben, Verantwortliche benannt, benötigte Mittel geplant und Meilensteine definiert. Beispiele: „Austausch der Beleuchtung auf LED bis Q4 mit erwarteter Einsparung von X MWh/Jahr“ oder „Schulungsprogramm für Maschinenführer zum energiesparenden Betrieb bis Ende des Jahres“. Die Maßnahmenpläne ermöglichen ein strukturiertes Vorgehen und dienen später der Fortschrittskontrolle (Wer macht was bis wann, mit welchem Ergebnis?).
Zielsetzung
Am Ende dieser Phase besitzt das Unternehmen ein klar formuliertes Energieprogramm: verbindliche Ziele mit entsprechenden Kennzahlen und Baselines, sowie konkrete Maßnahmen zur Zielerreichung. Dieses Programm ist dokumentiert und vom Management freigegeben. Erwartetes Ergebnis sind schriftliche Zielvorgaben (Energieziele-Dokument), eine Liste aller EnPIs mit Definition und Berechnungsmethodik, die festgelegte energetische Ausgangsbasis und detaillierte Maßnahmen-/Aktionspläne. Diese Unterlagen erfüllen zentrale Normanforderungen und bilden die Grundlage für die operative Umsetzung und das Monitoring. Jeder im EnMS weiß nun, was erreicht werden soll und wie der Erfolg gemessen wird.
Energiemonitoring und Messkonzept
Ein kontinuierliches Monitoring ist entscheidend, um die Fortschritte des Energiemanagements zu verfolgen und rechtzeitig Korrekturmaßnahmen einleiten zu können. In diesem Leistungspunkt wird ein Mess- und Überwachungssystem implementiert, das den Anforderungen der ISO 50001 an die Überwachung, Messung, Analyse und Bewertung der energiebezogenen Leistung gerecht wird.
Wesentliche Bestandteile sind:
Messkonzept entwickeln: Zunächst wird ein Messkonzept bzw. Zählerkonzept erstellt. Hier wird festgelegt, welche Energiemengen wo gemessen werden. Ein bewährtes Prinzip ist die hierarchische Messung: Vom Haupt-Energiezähler (Versorger-Übergabepunkt) über Unterzähler auf Verteilerebene bis hin zu Einzelmessungen an großen Verbrauchern. Somit kann der Gesamtverbrauch Schritt für Schritt den Hauptverbrauchsbereichen zugeordnet werden. Priorität haben Messpunkte an wesentlichen Energieeinsätzen – z. B. separate Zähler für energieintensive Anlagen wie große Motoren, Lüftungs- und Heizsysteme, Kompressoren, Öfen etc. Ergänzend werden relevante Einflussgrößen erfasst (z. B. Außentemperatur, Produktionsstückzahlen), um die EnPIs später normieren zu können.
Messtechnik und Datenerfassung: Umsetzung des Messkonzepts durch Installation oder Kalibrierung der erforderlichen Zähler und Sensoren. Wo vorhanden, können bestehende Gebäudeleittechnik (GLT) oder SCADA-Systeme genutzt und angebunden werden. Die Daten werden in definierten Intervallen erfasst (z. B. Leistungsmessungen in 15-Minuten-Intervallen, tägliche Zählerstände) und zentral gesammelt – etwa in einem Energiedatenmanagement-System (Software) oder in geeigneten Excel-Tools für kleinere Unternehmen. Dabei wird auf Datenqualität geachtet (Plausibilitätsprüfungen, Umgang mit fehlenden Werten).
Überwachung der EnPIs: Einrichtung von Kennzahlencockpits bzw. Berichtsformaten, in denen die definierten EnPIs regelmäßig ausgewertet werden. Dies kann monatlich in Form von Energieberichten geschehen oder in Echtzeit über Dashboards. Abweichungen von Zielwerten oder ungewöhnliche Verbrauchsmuster werden analysiert und gemeldet. Beispielsweise könnten Schwankungen im spezifischen Energieverbrauch pro Produktionseinheit auf ineffizienten Betrieb hindeuten und werden dann weiter untersucht. Die Norm DIN EN ISO 50001 und ISO 50006 geben Leitlinien vor, wie EnPIs und Baselines in der Überwachung einzusetzen sind, um valide Aussagen zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung zu treffen.
Reporting und Datentransparenz: Aufbau eines Berichtswesens, das sowohl operativ Verantwortlichen als auch dem Top-Management die nötige Transparenz über die Energieperformance liefert. Typische Ergebnisse sind monatliche Energierberichte mit Soll-Ist-Vergleichen der EnPIs, Kostenanalysen und Kommentaren zu Abweichungen. Auch Kennzahlen-Dashboards oder Ampelsysteme können eingerichtet werden, um auf einen Blick den Status der Zielerreichung zu zeigen.
Kontinuierliche Analyse und Verbesserung: Das Monitoring ist nicht Selbstzweck – die Daten dienen dazu, kontinuierlich Optimierungspotenziale aufzudecken. Zum Leistungsumfang gehört daher auch die regelmäßige Analyse der Trends: Erkennen von Effizienzgewinnen oder -verlusten, Ermittlung der Ursachen für Abweichungen und Vorschlagen von Gegenmaßnahmen. Beispielsweise kann das Monitoring aufdecken, dass ein bestimmter Bereich die Ziele verfehlt, was dann eine gezielte Feinanalyse oder Wartungsmaßnahme auslöst.
Zielsetzung
Durch ein strukturiertes Monitoring wird das EnMS messbar und steuerbar. Als Ergebnis dieser Phase ist ein voll funktionsfähiges Energiedatenerfassungssystem implementiert, das verlässliche Kennzahlen liefert. Verantwortlichkeiten für die Datenerfassung und -auswertung sind geklärt (z. B. Energiemanagementbeauftragter oder Controlling). Das Unternehmen verfügt nun über aktuelle Informationen zur energiebezogenen Leistung und kann den Erfolg der Maßnahmen sowie die Zielerreichung laufend überprüfen. Dies erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit – Probleme im Energieverbrauch werden frühzeitig erkannt und können im Sinne des PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) umgehend adressiert werden. Zudem schafft das transparente Monitoring Vertrauen bei Stakeholdern und Auditoren, da die Wirksamkeit des EnMS jederzeit belegt werden kann (Auditfestigkeit).
Schulung und Bewusstseinsbildung
Ein kompetentes und sensibilisiertes Team ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Energiemanagementsystems. Daher beinhaltet das Leistungsangebot gezielte Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für alle Ebenen im Unternehmen, entsprechend den Normforderungen zu Kompetenz und Bewusstsein (ISO 50001 Abschnitt 7.2 und 7.3).
Die Schulungsleistungen umfassen:
Management-Schulungen: Die Führungskräfte und das Energiemanagement-Team werden über die Inhalte der ISO 50001, die Unternehmensenergiepolitik und ihre Rolle im EnMS informiert. Dieses Top-Down-Verständnis stellt sicher, dass genügend Ressourcen bereitgestellt werden und das Management seine Vorbildfunktion beim Energiesparen wahrnimmt.
Mitarbeiter-Schulungen: Alle Mitarbeiter, die wesentlichen Einfluss auf den Energieverbrauch haben (z. B. Produktionsmitarbeiter, Instandhaltung, Techniker), erhalten praxisgerechte Schulungen. Ziel ist es, sie zu befähigen, den Energieverbrauch in ihrem Tätigkeitsbereich positiv zu beeinflussen[15]. Inhalte sind etwa: energieeffizientes Anlagenbedienen, Vermeidung von Leerlauf, Abschaltmanagement, richtige Reaktion auf Energiekennzahlen oder Störfälle. Darüber hinaus soll jeder Mitarbeiter ein grundlegendes Energiebewusstsein entwickeln – d. h. erkennen, welche Bedeutung sein Handeln für den Energieverbrauch hat und wie er aktiv zum Erfolg des EnMS beitragen kann[15].
Spezialschulungen und Workshops: Je nach Bedarf werden vertiefende Workshops angeboten, z. B. zur energetischen Bewertung (für das Energieteam), zu Energiedatenerfassung- und Analyse (für Messtechnik- oder Controlling-Personal) oder zur Maßnahmenplanung und Wirtschaftlichkeitsrechnung. Auch Schulungen zur Einhaltung rechtlicher Vorgaben im Energiebereich oder zum korrekten Verhalten bei internen/externen Audits können Teil des Programms sein.
Interne Auditoren-Ausbildung: Um die internen Audits (siehe nächster Abschnitt) durchführen zu können, werden interne Auditoren benannt und entsprechend qualifiziert. Diese Mitarbeiter erhalten eine Ausbildung, die Normkenntnisse, Auditmethodik nach ISO 19011 sowie praktische Audittechniken (Interviewführung, Berichtswesen) vermittelt. So wird sichergestellt, dass die internen Audits professionell und objektiv ablaufen.
Bewusstseinsförderung und Kommunikation: Neben formalen Schulungen werden flankierende Maßnahmen ergriffen, um die Energieeffizienz-Kultur im Unternehmen zu stärken. Dazu zählen z. B. Energieleitlinien und Tipps am Arbeitsplatz, Kampagnen (Wettbewerbe für Energiesparen), Aushänge mit Kennzahlen („Energietacho“), regelmäßige Informationsmeetings oder die Einbindung von Verbesserungsprojekten in Vorschlagswesen/KVP. Wichtig ist, Erfolge sichtbar zu machen und zu kommunizieren, um Motivation zu schaffen (z. B. Meldung erreichter Einsparungen an alle Mitarbeiter). Ein solches Vorgehen fördert eine Kultur, in der Energieeffizienz als gemeinsames Ziel verstanden wird.
Zielsetzung
Die Schulungsmaßnahmen zielen darauf ab, Kompetenz und Motivation der Mitarbeiter zu steigern, damit das EnMS gelebt wird. Nach Durchführung der Trainings ist sichergestellt, dass jeder Beteiligte seine Aufgabe und Verantwortung kennt und das nötige Wissen besitzt, um energieeffizient zu handeln. Ein messbares Ergebnis sind zum einen die Schulungsnachweise (Teilnahmezertifikate, Qualifikationsmatrix) als dokumentierte Information für die Normerfüllung. Wichtiger noch ist der kulturelle Effekt: Die Mitarbeiter entwickeln ein ausgeprägtes Energiebewusstsein und unterstützen aktiv die Energieziele. Dieses Engagement der Belegschaft trägt maßgeblich dazu bei, Einsparpotenziale tatsächlich zu realisieren und das EnMS kontinuierlich zu verbessern. Letztlich „lebt“ das Energiemanagementsystem durch die Menschen – die Schulungsleistung stellt daher einen Schlüsselfaktor für den dauerhaften Erfolg dar.
Interne Audits des EnMS
Interne Audits sind ein zentrales Element der ISO 50001 (Abschnitt 9.2) und dienen der regelmäßigen Überprüfung und Bewertung des Energiemanagementsystems. Im Rahmen dieser Leistung wird ein komplettes Auditprogramm geplant und durchgeführt, um sicherzustellen, dass das EnMS den Normanforderungen entspricht und effektiv umgesetzt ist.
Die Inhalte umfassen:
Auditplanung: Entwicklung eines Auditplans, der mind. einmal jährlich ein internes Audit des EnMS vorsieht (häufig vor dem externen Zertifizierungsaudit). Festlegung des Auditumfangs (welche Standorte, Abteilungen, Prozesse werden auditiert) und Erstellung eines Auditzeitplans. Berücksichtigung vorhandener Managementsysteme: Falls das Unternehmen bereits ISO 9001, ISO 14001 o. ä. hat, können Synergien genutzt und Kombi-Audits geplant werden.
Auditdurchführung: Ein qualifizierter interner Auditor (betriebsintern oder extern beauftragt) überprüft anhand von Checklisten und Interviews die Umsetzung aller ISO 50001-Anforderungen. Typische Prüfpunkte sind z. B.: Dokumentation (Energiepolitik, Ziele, Aktionspläne, Verfahrensanweisungen), operative Kontrolle (werden Anlagen gemäß definierten Betriebsparametern energieeffizient betrieben?), Monitoring (sind Messungen und Auswertungen aktuell, Abweichungen behandelt?), Schulung (ist das Personal kompetent und sensibilisiert?) und Wirksamkeit der eingeführten Maßnahmen. Dabei werden sowohl Dokumente gesichtet als auch Anlagenbegehungen durchgeführt und Gespräche mit Mitarbeitern aller Ebenen geführt. Der Fokus liegt darauf, Abweichungen von der Norm oder den eigenen Vorgaben aufzudecken sowie Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Berichterstattung: Alle Feststellungen des Audits werden in einem Auditbericht dokumentiert. Dieser enthält erkannte Nichtkonformitäten (Abweichungen), Beobachtungen und positive Aspekte. Jede Abweichung wird beschrieben und der betreffenden Normforderung zugeordnet. Zudem gibt der Auditor Handlungsempfehlungen, wie Schwachstellen zu beheben sind. Der Bericht wird mit dem Energieteam und der Leitung kommuniziert.
Maßnahmenverfolgung: Im Anschluss an das Audit unterstützt diese Leistung bei der Definition und Umsetzung von Korrekturmaßnahmen für festgestellte Abweichungen. Es wird ein Maßnahmenplan erstellt, der Verantwortliche und Fristen für die Problembeseitigung festlegt. Die Umsetzung wird nachverfolgt und in einem Wirksamkeitsnachweis dokumentiert (z. B. Nachaudit oder Stichproben, um sicherzustellen, dass die Korrekturen greifen). Dieser Schritt ist wichtig, um vor einem externen Zertifizierungsaudit alle Lücken zu schließen.
Auditkomitee und Verbesserungsprozess: Die Ergebnisse der internen Audits werden typischerweise im Managementreview (Managementbewertung) eingebracht. Auf Wunsch moderieren wir die Nachbereitung in Form eines Workshops oder einer Präsentation vor der Führungsebene, um kontinuierliche Verbesserungen anzustoßen. Interne Audits sollen nicht nur zur Normerfüllung dienen, sondern aktiv das System voranbringen – sie schärfen auch das Bewusstsein der Mitarbeiter für Energieeinsparpotenziale und fördern eine kritische Prüfung der etablierten Prozesse.
Zielsetzung
Durch interne Audits wird das EnMS auf den Prüfstand gestellt, bevor ein externer Auditor dies tut. Damit werden Risiken (nicht erfüllte Normvorgaben) rechtzeitig erkannt und können intern bereinigt werden. Ein erfolgreiches internes Audit stellt sicher, dass das System normkonform und wirksam ist. Als Ergebnis liegen Auditberichte und eine dokumentierte Maßnahmenverfolgung vor, welche die fortlaufende Verbesserung und die Einhaltung der ISO 50001 belegen. Zudem steigt durch die Auditaktivitäten die Akzeptanz und das Verständnis für das Energiemanagement im Unternehmen – die Mitarbeiter sehen, dass das System ernst genommen wird und erhalten Rückmeldungen zu ihrer Arbeit. Insgesamt leisten interne Audits somit einen wesentlichen Beitrag zur Optimierung des EnMS und bereiten das Unternehmen optimal auf die externe Zertifizierung vor.
Zertifizierung (externe Auditierung)
Die Zertifizierungsphase umfasst alle Leistungen zur Vorbereitung und Begleitung des Unternehmens bei der externen Prüfung nach DIN EN ISO 50001 und dem Erwerb des Zertifikats.
Als Dienstleister unterstützen wir während des gesamten Zertifizierungsprozesses, der in mehreren Schritten abläuft:
Auswahl der Zertifizierungsgesellschaft: Beratung bei der Wahl einer akkreditierten Zertifizierungsstelle (z. B. TÜV, DNV, DEKRA, SGS etc.), die branchenerfahren ist. Einholung von Angeboten und Abstimmung des Auditumfangs sowie der Standorte.
Voraudit (optional): Auf Wunsch Durchführung eines Zertifizierungs-Voraudits bzw. einer Simulation des Stage-1-Audits. Dabei wird die Dokumentation des EnMS noch einmal durch einen externen Blick geprüft und das Unternehmen auf etwaige Schwachstellen hingewiesen. Dieses Pre-Audit kann helfen, letzte Lücken zu schließen.
Zertifizierungsaudit Stufe 1 (Dokumentenaudit): Im ersten Schritt des offiziellen Zertifizierungsverfahrens wird die Management-Dokumentation überprüft (ISO 50001 verlangt z. B. Dokumente wie Energiepolitik, energetische Bewertung, Ziele/Aktionspläne, Nachweise für Schulung, Überwachung und interne Audits). Wir unterstützen bei der Bereitstellung aller erforderlichen Unterlagen für den Auditor und stehen für Rückfragen bereit. Etwaige während Stage 1 festgestellte Abweichungen oder Verbesserungsaufgaben werden gemeinsam zeitnah abgearbeitet, sodass die Organisation zur Stufe 2 zugelassen wird.
Zertifizierungsaudit Stufe 2 (Vor-Ort-Audit): Beim Hauptaudit vor Ort begleiten wir das Auditteam der Zertifizierungsgesellschaft durch alle Auditschritte. Dies umfasst die Abstimmung des Auditplans, die Organisation von Gesprächspartnern und Rundgängen sowie die fachliche Unterstützung bei Nachweisen. Während des Audits beantworten wir Fragen des Auditors zum EnMS, erklären getroffene Maßnahmen und stellen sicher, dass sämtliche Normforderungen demonstriert werden können. Sollte der Auditor Abweichungen feststellen, unterstützen wir das Unternehmen noch vor Ort bei der Lösungsfindung bzw. erstellen Aktionspläne zur Korrektur. Ziel ist es, das Audit erfolgreich und effizient abzuschließen.
Zertifikatserteilung: Nach positiver Bewertung aller Auditnachweise erfolgt die Ausstellung des ISO 50001-Zertifikats. Wir prüfen das Zertifikat auf korrekte Angaben (Scope, Standorte, Gültigkeit) und briefen das Unternehmen zur weiteren Nutzung (z. B. Öffentlichkeitsarbeit, Meldungen an Behörden für etwaige Entlastungen). Ein ISO 50001-Zertifikat hat in der Regel eine Gültigkeit von 3 Jahren, sofern die jährlichen Überwachungsaudits bestanden werden.
Überwachungsaudits und Rezertifizierung: Diese Leistung schließt auch eine Begleitung in den Jahren nach der Erstzertifizierung ein. Vor jedem jährlichen Überwachungsaudit (i. d. R. in Jahr 2 und 3 der Zertifikatslaufzeit) führen wir einen kurzen Systemcheck durch, bereiten neue Nachweise auf und betreuen das Audit analog zur Erstzertifizierung. Gleiches gilt für das umfangreichere Rezertifizierungsaudit im dritten Jahr, durch das das Zertifikat für weitere drei Jahre verlängert wird. Somit wird ein reibungsloser Übergang in den Zertifizierungsregelbetrieb sichergestellt.
Zielsetzung
Die Zertifizierungsleistungen zielen darauf ab, den Kunden sicher durch die externe Auditierung zu führen und das ISO 50001-Zertifikat ohne Verzögerung zu erlangen. Als Ergebnis steht ein gültiges Zertifikat, das die Konformität des Energiemanagementsystems mit der Norm offiziell bestätigt. Dieses Zertifikat erfüllt nicht nur interne Qualitätsansprüche, sondern kann auch extern genutzt werden – etwa zum Nachweis gegenüber Geschäftspartnern oder Behörden (z. B. für Energie- und Stromsteuervorteile, Befreiung von Energieaudits gemäß EDL-G). Durch die professionelle Begleitung werden Auditaufwände minimiert, Kommunikationsfehler vermieden und das Audittempo beschleunigt. Das Unternehmen kann sich auf seine betrieblichen Abläufe konzentrieren, während wir die Audit-Moderation und fachliche Übersetzung der Anforderungen übernehmen. Insgesamt wird so ein erfolgreicher Abschluss des Implementierungsprojekts erreicht – mit offizieller Anerkennung in Form des ISO 50001-Zertifikats.
Laufende Betreuung und kontinuierliche Verbesserung
Nach der Zertifizierung endet das Energiemanagement nicht – im Gegenteil, nun beginnt die Phase der kontinuierlichen Verbesserung und Betreuung des Systems. Im Rahmen dieser Leistung bieten wir eine laufende Unterstützung an, um das EnMS nachhaltig im Unternehmen zu verankern und stetig weiterzuentwickeln.
Dies kann in Form eines Servicevertrags oder projektweiser Unterstützung erfolgen und beinhaltet:
Regelmäßige EnMS-Reviews: Gemeinsam mit dem Energieteam führen wir in definierten Abständen (z. B. quartalsweise oder halbjährlich) Systemdurchsprachen durch. Dabei werden die aktuellen Energieleistungsdaten, der Status der Ziele und Maßnahmen sowie etwaige Probleme ausgewertet. Diese Reviews helfen, frühzeitig gegenzusteuern, falls sich negative Trends abzeichnen, und bilden zugleich die Vorarbeit für die jährliche Managementbewertung.
Aktualisierung der energetischen Bewertung: Mindestens einmal jährlich – oder bei wesentlichen Änderungen im Betrieb – unterstützen wir bei der Fortschreibung der energetischen Ausgangsdaten. Neue Verbrauchsdaten werden analysiert, die wesentlichen Energieeinsätze überprüft und ggf. neu priorisiert. Veränderungen (z. B. neue Anlagen, geänderte Produktionszahlen) fließen in die Bewertung ein, sodass das EnMS immer auf aktuellen Fakten basiert. So bleibt auch die energetische Ausgangsbasis valide.
Pflege der Dokumentation: Wir helfen dabei, die EnMS-Dokumentation stets auf dem neuesten Stand zu halten. Änderungen in Prozessen, Verantwortlichkeiten oder rechtlichen Anforderungen werden zeitnah in Verfahrensanweisungen, Arbeitsanweisungen oder dem Handbuch nachgeführt. Dies gewährleistet die Normkonformität über die Zeit und reduziert den Aufwand bei Audits, da immer aktuelle Dokumente vorliegen.
Unterstützung bei Maßnahmenumsetzung: Die im Energie-Aktionsplan vorgesehenen Effizienzmaßnahmen werden langfristig begleitet. Wir stehen beratend zur Seite, etwa bei der Ausarbeitung von technischen Spezifikationen, der Bewertung von Angeboten (z. B. für neue Technik) oder der Beantragung von Fördermitteln. Nach Umsetzung einer Maßnahme führen wir – falls gewünscht – eine Erfolgskontrolle durch (M&V, Measurement and Verification), um die tatsächliche Einsparung zu verifizieren. Dadurch wird die Wirksamkeit des EnMS untermauert (Nachweis der Verbesserung der energiebezogenen Leistung).
Kontinuierliche Verbesserung (KVP): Wir moderieren Workshops oder Ideenrunden, um neue Effizienzpotenziale zu identifizieren und den Verbesserungsprozess am Laufen zu halten. Anhand der PDCA-Philosophie werden fortlaufend neue Ziele gesetzt, Verbesserungsmaßnahmen initiiert und umgesetzt. Unternehmen müssen ihr EnMS stetig weiterentwickeln, um die ISO 50001-Zertifizierung aufrechtzuerhalten – dazu gehören das Anpassen von Zielen, laufendes Leistungsmonitoring und das Erkennen neuer Chancen. Wir unterstützen dabei methodisch (z. B. Energieteamsitzungen moderieren, Benchmarking mit Best Practices der Industrie, Einbringen von Neuerungen aus Normung oder Technik).
Betreuung externer Audits: Auch bei den jährlich anstehenden Überwachungsaudits oder Rezertifizierungen (siehe vorheriger Abschnitt) bleiben wir an Bord, überprüfen im Vorfeld die Auditbereitschaft und begleiten die Audits. Damit wird ein hohes Maß an Audit-Sicherheit gewährleistet und das Risiko von Abweichungen gering gehalten. Sollte es zu Personalknappheit kommen, können wir auf Wunsch temporär die Rolle des Energiemanagementbeauftragten ausfüllen und als externer Experte gegenüber Auditoren auftreten.
Anpassung an neue Anforderungen: Die Energie- und Klimaschutz-Landschaft entwickelt sich ständig weiter – sei es durch Änderungen der Norm (z. B. zukünftige ISO 50001-Revisionen) oder neue gesetzliche Vorgaben (EnEfG, EU-Energieeffizienzrichtlinie etc.). Wir informieren proaktiv über relevante Änderungen und passen das EnMS gemeinsam mit dem Kunden an. So bleibt das System nicht nur zertifiziert, sondern auch zukunftssicher und integriert neue Herausforderungen (z. B. CO₂-Management, ISO 50005 für KMU, Schnittstellen zu ISO 14001/EMAS).
Zielsetzung
Die laufende Betreuung stellt sicher, dass das Energiemanagementsystem keine Eintagsfliege bleibt, sondern dauerhaft im Tagesgeschäft verankert ist. Durch kontinuierliche professionelle Unterstützung wird das EnMS nicht verwaltet, sondern aktiv weiterverbessert. Als Ergebnis bleibt die Organisation dauerhaft ISO 50001-konform und erzielt Jahr für Jahr Fortschritte in der Energieeffizienz. Die Energiekennzahlen werden kontinuierlich optimiert, was sich in sinkenden Verbräuchen und Kosten niederschlägt. Zudem entwickeln sich intern Kompetenzen weiter – die Mitarbeiter und Verantwortlichen gewinnen mit jeder Runde an Routine und Know-how. Letztlich schafft die laufende Betreuung einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess, der dafür sorgt, dass das Energiemanagement lebt und messbare Erfolge liefert, anstatt nach der Zertifizierung zu stagnieren. Dies entspricht dem Kerngedanken der ISO 50001, nämlich einer fortlaufenden Verbesserung der energiebezogenen Leistung im Unternehmen.
