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Energiemanagement: Ausschreibung

Facility Management: Energiemanagement » Strategie » Ausschreibung

Ausschreibung von Energiemanagement-Leistungen als eigenes Los im Rahmen eines TTS-Vertrags (Total Technical Service).

Ausschreibung von Energiemanagement-Leistungen als eigenes Los im Rahmen eines TTS-Vertrags (Total Technical Service).

Sie baut auf einer strukturierten Leistungsbeschreibung, klaren Schnittstellen zu TTS-Hauptdiensten und einem professionellen Vergabeprozess auf. Ziel ist es, durch ein systematisches Energiemanagement die Betriebskosten und Emissionen signifikant zu senken, die Betriebssicherheit zu erhöhen und Nachhaltigkeitsziele (CO₂-Reduktion, ESG-Kriterien) zu erreichen. Das Energiemanagement als eigener Losbaustein im TTS-Vertrag schafft die Basis für effizientere Betriebsabläufe und systematische Einsparungen.

So wird das Energiemanagement zum Kerninstrument eines nachhaltigen, wirtschaftlichen Betriebs im TTS-Umfeld und leistet einen messbaren Beitrag zur CO₂-Reduktion und Kosteneffizienz.

Zielsetzung

Beim TTS-Vertrag deckt ein Dienstleister in der Regel die technische Gesamtbewirtschaftung eines Gebäudes oder Areals ab: Wartung, Instandhaltung, Hausmeisterdienste, etc. Häufig ist jedoch das Energiemanagement (Energieerfassung, Effizienzanalysen, Maßnahmenumsetzung) nicht oder nur rudimentär enthalten. Deshalb kann es sinnvoll sein, eine separate Ausschreibung aufzusetzen, in der Energiemanagement als eigenes Los – oder Teil-Los – vergeben wird.

Zentrale Ziele:

  • Systematische Erfassung und Analyse aller relevanten Energieverbräuche (Strom, Wärme, Kälte, Wasser, ggf. Druckluft).

  • Optimierung der Anlagenfahrpläne, Betriebszeiten, Lastverläufe in enger Abstimmung mit dem TTS-Team,

  • Senkung von Kosten (Energie, Lastspitzen, Wartungsaufwand) und CO₂-Emissionen,

  • Transparenz: Regelmäßige Berichte, Prognosen, KPI-Tracking.

  • Sicherstellen einer Datenbasis für Förderprogramme, Zertifizierungen (ISO 50001), ESG-/Klimastrategie.

Mess- und Zählerkonzept

  • Aufnahme vorhandener Haupt- und Unterzähler, ggf. Ausbau Submetering.

  • Anschaffung/Integration von IoT-Sensoren (z. B. Strom, Gas, Wärme, Kälte, Wasser, Taupunkt).

  • Anbindung an vorhandenes Gebäudeleitsystem (BMS) oder separate Plattform.

Datenanalyse und Reporting

  • Tägliche oder wöchentliche Erfassung, monats- oder quartalsweise Energieberichte.

  • KPI: z. B. kWh/m², Spezifischer Strom- und Wärmeverbrauch, CO₂-Bilanz, Lastspitzenanalyse.

  • Identifikation von Abweichungen, Alarmierungen bei Überschreitungen.

Optimierungsmaßnahmen

  • Audit und Einleitung von Effizienzmaßnahmen (z. B. Änderung von Heizkurven, LED-Umrüstung, Pumpenoptimierung).

  • Beratung und Umsetzungsbegleitung in Kooperation mit TTS-Hauptleister (der die Anlagen betreibt).

  • Wirtschaftlichkeitsbetrachtung (ROI, Payback, Fördermöglichkeiten).

Schulungen und Sensibilisierung

  • Schulung TTS-Betriebspersonal, ggf. internes Facility-Team über Dateninterpretation, Handlungsoptionen.

  • Bewusstseinskampagnen für Mitarbeiter (Energiesparen, Verhaltensänderungen).

Zielvorgaben (optional)

  • Einspargarantie (z. B. % Reduktion in 2 Jahren) oder Pönalen/Bonus, wenn Ziel verfehlt/übererfüllt.

  • Integration in mögliche Green-Building-Zertifizierungen (DGNB, LEED) oder ISO 50001-Zertifikat.

Schnittstellen

  • TTS-Hauptdienstleister betreibt die technische Anlagen (Heizung, Lüftung, Kälte etc.). Der Energiemanager liefert Optimierungsvorschläge, überwacht Verbräuche.

  • Klare Regelung: Wer nimmt Anlagenveränderungen vor (z. B. neue Solltemperaturen), wer trägt Kosten für bauliche Umbauten?

Verantwortung und Kommunikation

  • Regelmäßige Meetings (z. B. Lenkungskreis) zwischen Energiemanager, TTS-Betriebsleiter, Auftraggeber.

  • Eskalation: Wenn Energiemanagement wiederholt Effizienzmaßnahmen vorschlägt, TTS aber nicht umsetzt → Projektleitung entscheidet.

Dokumentation

  • Energiemanager erstellt Dokumentation aller Veränderungen an Parametern, Messdaten, Einsparresultate.

  • Archivierung in TTS-FM-System oder separater Energiedatenbank.

Anschreiben / Projektübersicht

  • Referenz zum TTS-Vertrag: „Nutzerausbau Energiemanagement“ als gesondertes Los,

  • Zeitlicher Rahmen: Angebotsfristen, geplante Zuschlags- und Starttermine, Bieterfragestellungen.

Projektinformationen

  • Beschreibung des Standortes, Gebäudenutzung, Anzahl Gebäude, Hauptenergieträger, vorhandene MSR- / BMS-Struktur.

  • Bisheriger Energieverbrauch (z. B. Verbrauchsdaten der letzten 2–3 Jahre, Spitzenlast, Strom/Heizkurven).

  • ggf. Ziele (CO₂-Reduktion, ISO 50001, ESG-Anforderungen).

Leistungsbeschreibung / Leistungsverzeichnis

  • Erfassung aller relevanten Energieflüsse: Strom, Gas, Fernwärme, Kälte, Wasser.

  • Installation oder Integration von Zählern und Sensoren (Submetering, Smart Meter).

  • Analysetools (Software, Cloud-Portal, Alarmierung), Reports und Reporting-Intervalle (z. B. monatlich).

  • Optimierungsmaßnahmen: Audit, Erstellung Einsparvorschläge, Projektumsetzung in Abstimmung mit TTS-Hauptleister.

  • KPI (z. B. max. kWh pro m², x % Einsparung bis Jahr n), Bonus-Malus bei Zielabweichung.

  • Ggf. Unterstützung bei Förderanträgen oder Zertifizierungen (ISO 50001).

Formblätter

  • Preisblätter: Mögliche Pauschalen (Grundhonorar pro Monat) + zusätzliche Stunden (z. B. Umbauprojekte).

  • Eignung: Referenzen im Energiemanagement (ähnliche Areale), Qualifikationen (Energieauditor, ISO 50001-Consultant), Personal.

  • Erklärungen zu DSGVO (Umgang mit betrieblichen Daten, Vertraulichkeit).

Vertragsentwurf

  • Dienst- oder Werkvertrag? Meist ein Dienstvertrag mit definierten SLA: Zeitplan, Reporting, Reaktionszeit bei Abweichungen.

  • Schnittstellen zum TTS-Hauptdienstleister, Haftungsfragen (wer haftet, wenn falsche Stellgrößen?).

  • Laufzeit (2–5 Jahre) plus Option, Eskalation (z. B. Projektleitung, Lenkungskreis).

Zeitplan

  • Bieterfragen, Submission, Zuschlag, Start Energiemanagement (ggf. 1-2 Monate Einarbeitungs- oder Bestandsanalysephase).

  • Integration mit TTS-Übergabe.

Anlagen

Energiedatenauswertung: Historische Lastgangkurven, Abrechnungen, Pläne, TGA-Schemata etc.

Vergabeart

  • Öffentliche Hand: ggf. UVgO/VOL/A (Dienstleistung), ab bestimmter Schwelle EU-Verfahren.

  • Privat: Einholen mehrerer Angebote, ggf. Verhandlungsgespräche, klar definierter Bewertungsprozess.

Bewertungskriterien

  • Preis (ggf. Mischkalkulation: Pauschale + Erfolgskomponente?).

  • Qualität: Methodik (Software, Sensorkonzept, Berichtsdesign), Referenzen, Personalqualifikation.

  • Einsparpotenzial: Bieter kann Prognose abgeben, ROI-Vorschläge, Kreativität in Maßnahmen.

  • Termintreue und Service (z. B. Frequenz, Reaktionszeit bei Anomalien).

  • Nachhaltigkeit (ESG, CO₂-Reporting).

Angebotsprüfung

  • Formale Prüfung, Eignungsnachweise, Referenzen.

  • Fachlich: Plausibilität der Einsparungen, Umsetzbarkeit, Integration ins TTS-Konzept.

  • ggf. Bietergespräche mit Präsentation der Tool-Demo, Projektabläufe, Personalvorstellung.

Zuschlag und Vertragsabschluss

  • Bekanntgabe an Bieter, ggf. Stillhaltefrist (öffentliche AG), dann finaler Vertrag.

  • Festlegung Starttermin, Koordination mit TTS-Hauptdienstleister (Übernahme TGA-Daten, Zugriffsrechte).

Vorbereitungsphase

  • Energiemanager erhält Bestandsdaten (Zählerlisten, TGA-Bestandspläne, Energieverbräuche).

  • Abstimmung mit TTS-Team: Wer betreibt welche Anlage, wer kann welche Stellgrößen ändern?

Montage / Integration Messtechnik

  • Installation/Erweiterung von Zählern, Sensoren (Submeter, Stromwandler, etc.).

  • Softwaresetup: Energiemanagement-Plattform, Schnittstellen (BMS, Cloud), Alarmsystem.

Testlauf

  • Erprobung der Datenflüsse, Plausibilitätscheck (Abgleich mit Rechnungen), Feinjustierung Alarmgrenzen.

  • Erste Berichte an Auftraggeber, TTS-Lenkungskreis.

Abnahme

  • Dokumentation: Messstellenverzeichnis, SCADA/EMS-Konfiguration.

  • Start Regelbetrieb Energiemanagement, Vertragsbeginn.

Regelbetrieb

  • Datenanalyse (täglich/wöchentlich), Berichtszyklen (Monat/Quartal).

  • Erkennung von Anomalien (z. B. plötzliche Mehrverbräuche), Einleitung Korrektur zusammen mit TTS-Betriebsteam.

Wartung und Kalibrierung

  • Messtechnik muss regelmäßig geprüft/kalibriert.

  • Softwareupdates, Datensicherungen.

  • Koordination mit TTS-Hauptleister (Zugriffe, Schaltschränke, etc.).

Optimierungsprojekte

  • z. B. Lichtumrüstung, Pumpentausch, HLK-Strategien (bedarfsgeführte Lüftung).

  • Kosten-Nutzen-Kalkulation, ggf. Förderanträge (BAFA, KfW), interne Freigabe.

Reporting und Erfolgskontrolle

  • KPI: Einsparungen gegen Baseline, CO₂-Reduktion.

  • Eskalationswege, falls Ziele verfehlt.

  • Optionaler Bonus/Malus-Vertrag: Bieter erhält Prämie bei Übererfüllung.

Weiterentwicklung

  • Nachrüsten weiterer Zähler, IoT-Sensoren bei Gebäudeerweiterung.

  • Integration in E-Mobilität, Batteriepuffer (Lastmanagement), PV-Anlagen (Eigenstrom, Peak-Shaving).

  • ISO 50001-Zertifizierung oder Re-Zertifizierung.