Energieverbrauch in belastbare Kostenprognosen übersetzen
Energiemanagement wird häufig technisch geprägt betrachtet: Kilowattstunden, Lastgänge, Anlagenwirkungsgrade und Einsparmaßnahmen stehen im Vordergrund. Für Unternehmensführung und Controlling stellt sich zusätzlich eine andere Frage:
Energiekosten, Tarife und Budgets transparent steuern
Welche Kosten entstehen daraus – heute und in den kommenden Monaten?
Die bestehende Microsite behandelt Beschaffung von Strom und Gas sowie Energiecontrolling bereits grundsätzlich. Eine eigenständige Verbindung aus Verbrauchsforecast, Tarifstruktur, Budget und Soll-Ist-Steuerung fehlt bislang.
Energiepreis in Bestandteile zerlegen
Die Kostenwirkung einer Kilowattstunde besteht nicht ausschließlich aus dem eigentlichen Beschaffungspreis.
Je nach Energieträger und Vertrag können unterschiedliche Preisbestandteile wirksam sein.
Das Energiemanagement sollte deshalb verstehen, welche Kosten:
verbrauchsabhängig,
leistungsabhängig,
vertraglich fixiert,
preisvariabel,
durch Betriebsführung beeinflussbar
sind.
Diese Differenzierung verbessert technische Entscheidungen.
Verbrauch prognostizieren
Ein Energiebudget sollte nicht einfach den Vorjahresverbrauch fortschreiben.
Veränderungen können entstehen durch:
zusätzliche Flächen,
Produktionswachstum,
neue technische Anlagen,
Effizienzmaßnahmen,
Wetter,
Eigenerzeugung,
organisatorische Änderungen.
Ein guter Forecast verbindet deshalb historische Daten mit erwarteten Veränderungen.
Preis und Menge getrennt betrachten
Steigen Energiekosten um zehn Prozent, muss zunächst geklärt werden, warum.
Mögliche Ursachen sind:
Mengeneffekt: höherer Verbrauch.
Preiseffekt: höhere Bezugspreise.
Leistungseffekt: höhere Spitzenlast.
Struktureffekt: veränderter Energieträger oder Tarif.
Diese Aufteilung verhindert falsche Schlussfolgerungen.
Forecast regelmäßig aktualisieren
Ein Jahresbudget ist zu Beginn des Geschäftsjahres eine Erwartung.
Im Verlauf sollten reale Verbräuche, Wetterentwicklung, Preisstände und bekannte Veränderungen eingearbeitet werden.
So entsteht ein Rolling Forecast.
Technische Maßnahmen in Euro übersetzen
Energiemanager sollten nicht nur Einsparungen in kWh darstellen.
Für Managemententscheidungen sind zusätzlich relevant:
eingesparte Energiekosten,
vermiedene Leistungskosten,
Investitionsbedarf,
Amortisation beziehungsweise Kapitalwert,
verbleibendes Budgetrisiko.
Damit wird technische Energieperformance wirtschaftlich verständlich.
Ein regelmäßiger Soll-Ist-Vergleich sollte zeigen:
Wo entstehen Mehrkosten? Sind sie technisch erklärbar? Welche Bereiche liegen über Budget? Sind Gegenmaßnahmen möglich?
Hohe Kostenabweichungen sollten mit den bereits vorhandenen technischen Abweichungsprozessen verbunden werden.
Energieeinkauf und Betrieb verbinden
Beschaffung kann günstige Konditionen schaffen. Technische Betriebsführung beeinflusst dagegen Verbrauch und Lastprofil.
Beide Funktionen sollten nicht unabhängig voneinander arbeiten.
Ein günstiger Tarif hilft wenig, wenn vermeidbare Lastspitzen entstehen. Umgekehrt können gute Betriebsstrategien durch ungeeignete Vertragsmodelle wirtschaftlich an Wirkung verlieren.
Ein professionelles Energiekostenmanagement verbindet deshalb:
Damit wird Energiemanagement nicht nur zu einer technischen Optimierungsfunktion, sondern zu einem belastbaren Bestandteil der Budget- und Unternehmenssteuerung.