Nicht nur Energieverbrauch, sondern auch Leistungsbedarf steuern Zwei Gebäude können im Jahresverlauf dieselbe Strommenge verbrauchen und dennoch deutlich unterschiedliche Energiekosten verursachen. Ursache können hohe kurzzeitige Leistungsspitzen sein.
Für das Energiemanagement ist deshalb neben der Arbeit in Kilowattstunden auch die gleichzeitig benötigte Leistung relevant.
Die vorhandene FM-Connect-Microsite behandelt Lastprofile und erwähnt Spitzenlastmanagement bereits in Betriebs-, Strategie- und Ausschreibungsinhalten. Eine eigene operative Seite ist in der Sitemap jedoch nicht vorhanden.
Spitzenlastmanagement und Peak Shaving zur Lastoptimierung Lastspitzen zunächst verstehen Ein Lastgang zeigt, wann besonders hohe Leistungen auftreten.
Entscheidend ist anschließend die Ursachenanalyse.
Mögliche Auslöser sind beispielsweise: gleichzeitiger Start großer Anlagen,
Ladeinfrastruktur,
elektrische Wärme- oder Kälteerzeugung,
Produktionsanlagen,
Küchenbetrieb,
elektrische Nachheizung.
Ein hoher Peak kann ein einmaliges Ereignis oder ein regelmäßig wiederkehrendes Muster sein.
Kritische Verbraucher unterscheiden Nicht jede Last kann oder darf abgeschaltet werden.
Für das Spitzenlastmanagement empfiehlt sich eine Einteilung: Nicht verschiebbar: sicherheits- oder prozesskritische Lasten.
Kurzzeitig reduzierbar: Anlagen mit begrenzter Komfort- oder Prozessreserve.
Zeitlich verschiebbar: Ladeprozesse oder bestimmte Produktionsnebenprozesse.
Speicherbar: Lasten, deren Energiebedarf über Batterie oder thermische Speicher zeitlich entkoppelt werden kann.
Damit wird aus einem Lastprofil eine Steuerungsstrategie.
Gleichzeitigkeit reduzieren Häufig entsteht eine Spitze nicht durch einen einzelnen großen Verbraucher, sondern durch mehrere gleichzeitig gestartete Anlagen.
Schon eine koordinierte Einschaltreihenfolge kann Leistungsbedarf reduzieren, ohne den Gesamtenergieverbrauch wesentlich zu verändern.
Gebäudeautomation und Energiemanagementsystem können hierfür zusammenarbeiten.
Komfort- und Betriebsgrenzen festlegen Lastmanagement darf das Kerngeschäft nicht beeinträchtigen.
Deshalb sollten für regelbare Anlagen klare Grenzen bestehen.
Eine Lüftungsanlage kann möglicherweise kurzzeitig reduziert werden; die Raumluftqualität darf dennoch nicht unkontrolliert absinken.
Ähnliches gilt für Temperaturen, Ladezustände oder Produktionsanforderungen.
Batteriespeicher gezielt einsetzen Ein Speicher kann kurzfristig Leistung bereitstellen und dadurch Netzbezugsspitzen reduzieren.
Ob dies wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt jedoch von Speichergröße, Lastprofil, Nutzungshäufigkeit und alternativen Anwendungen des Speichers ab.
Peak Shaving sollte deshalb mit der gesamten Speicherstrategie abgestimmt werden.
Lastspitzen automatisch erkennen Ein wirksames System benötigt geeignete Messauflösung und Prognose.
Je früher sich eine drohende Spitze erkennen lässt, desto mehr Zeit bleibt zur Gegensteuerung.
Dafür können Grenzwerte und abgestufte Verbraucherprioritäten hinterlegt werden.
Wichtige Kennzahlen sind: Leistungsbedarf als eigenes Steuerungsziel verstehen Spitzenlastmanagement ergänzt klassische Energieeffizienz.
Es fragt nicht nur: „Wie viel Energie benötigen wir?“
sondern: „Welche Leistung benötigen wir gleichzeitig – und muss diese Gleichzeitigkeit wirklich entstehen?“
Damit kann das Facility Management Netznutzung, Beschaffung und technische Betriebsführung wirtschaftlicher aufeinander abstimmen.