Eigenerzeugung, Verbraucher und Speicher als gemeinsames System planen
Photovoltaikanlagen werden häufig zunächst anhand ihrer möglichen Jahreserzeugung bewertet. Für den betrieblichen Nutzen ist jedoch ebenso entscheidend, wann diese Energie erzeugt wird und ob sie am Standort zu diesem Zeitpunkt sinnvoll verwendet werden kann.
Die bestehende Microsite behandelt erneuerbare Energien, PV, Speicher, Ladeinfrastruktur und Eigenverbrauch bereits an verschiedenen Stellen. Eine eigenständige integrierte Eigenverbrauchsstrategie ist in der Sitemap jedoch nicht vorhanden.
Dezentrale Energiequellen für einen effizienten Gebäudebetrieb nutzen
Eine Jahresbilanz allein reicht nicht aus. Ein Unternehmen kann bilanziell sehr viel PV-Strom erzeugen und dennoch zu bestimmten Zeiten hohe Netzbezüge besitzen.
Deshalb sollten mindestens betrachtet werden:
Tageslastgang,
Wochenstruktur,
saisonale Nutzung,
PV-Erzeugungsprofil,
Wochenende und Betriebsruhe.
Erst daraus wird sichtbar, wie viel Eigenstrom direkt verwendet werden kann.
Direkten Eigenverbrauch zuerst optimieren
Der einfachste Eigenverbrauch entsteht dort, wo Erzeugung und Bedarf zeitgleich auftreten.
Bevor zusätzliche Speicher installiert werden, sollte deshalb geprüft werden, welche bereits vorhandenen Lasten sinnvoll in Erzeugungszeiten verschoben werden können.
Beispiele können sein:
Ladeprozesse,
Wärmepumpen,
Kälteerzeugung,
thermische Speicher,
ausgewählte Nebenprozesse.
Speicher gezielt ergänzen
Kann zeitliche Verschiebung allein nicht ausreichend genutzt werden, können Speicher den Eigenverbrauch weiter erhöhen.
Speichergröße und Betriebsstrategie sollten jedoch aus dem realen Profil abgeleitet werden.
Ein sehr großer Speicher erzeugt nicht automatisch bessere Wirtschaftlichkeit.
Sektoren koppeln
Elektrischer Eigenstrom kann zunehmend auch Wärme und Mobilität versorgen.
Wärmepumpe, Ladeinfrastruktur und Batteriespeicher machen deshalb aus einer reinen PV-Anlage ein integriertes Energiesystem.
Diese Verbraucher sollten bereits in der Energieplanung aufeinander abgestimmt werden.
Spitzenlasten im Blick behalten
Eine Eigenverbrauchsoptimierung darf nicht unbeabsichtigt neue Netzspitzen erzeugen.
Wenn beispielsweise mehrere große Verbraucher gleichzeitig aktiviert werden, kann der wirtschaftliche Vorteil teilweise verloren gehen.
Eigenverbrauch und Lastmanagement gehören deshalb zusammen.
Versorgungssicherheit getrennt bewerten
Eine hohe Eigenverbrauchsquote bedeutet nicht automatisch Energieautarkie.
PV-Strom ist zeitlich abhängig verfügbar. Speicher haben begrenzte Kapazität.
Notfall- und Ersatzversorgung benötigen daher eine eigene Bewertung.
Diese Systeme dürfen nicht allein aus einer Jahresenergiebilanz abgeleitet werden.
Geeignete Kennzahlen sind beispielsweise:
Eigenverbrauchsquote: Anteil der Eigenerzeugung, der am Standort genutzt wird.
Autarkiegrad: Anteil des Standortverbrauchs, der durch eigene Erzeugung gedeckt wird.
Beide Kennzahlen beantworten unterschiedliche Fragen.
Planung und Betrieb verbinden
Auch ein gut geplantes System benötigt nach Inbetriebnahme kontinuierliche Optimierung.
Ändern sich Belegung, Ladebedarf oder technische Anlagen, muss die Betriebsstrategie angepasst werden.
Vom einzelnen Erzeuger zum lokalen Energiesystem
Eine integrierte Energieversorgung betrachtet daher nicht mehr separat PV, Speicher, Wärmepumpe und Ladeinfrastruktur.
Sie fragt:
Wie können lokale Erzeugung, flexible Verbraucher, Speicher und Netzbezug so zusammenarbeiten, dass möglichst viel Energie technisch sinnvoll und wirtschaftlich am eigenen Standort genutzt wird?
Damit entsteht aus einzelnen Energieanlagen ein steuerbares lokales Versorgungssystem.